Zertifizierungen - Oder: Warum wir von Gerlach Media kein Google Partner sind.

Allgemein | Freitag 08. März 2019 | Lesezeit: ca. 5:00 min.
Sie sind Ihnen sicher auch schon irgendwo im Internet über den Weg gelaufen - Zertifizierungen und Partnerlogos. Auch Google vergibt solche Zertifizierungen und Logos. Doch warum haben wir eigentlich so ein Partnerlogo von Google nicht?
Wenn wir so durch das Internet surfen und uns die Webseiten anderer Agenturen ansehen, dann fällt immer wieder auf, dass gerade die größeren Unternehmen vor Zertifikaten und Partnerlogos nur so strotzen. Und was es da nicht so alles gibt. Vom Bundesverband digitaler Wirtschaft über Partner (Google, Bing und Co.) bis hin zu recht schrägen Webdesign Zertifikaten. Natürlich haben auch wir uns mit dem Thema beschäftigt, das Für und Wider abgewogen und uns letztendlich deutlich gegen die Ausstattung mit Zertifikaten entschieden. Im heutigen Blog möchte ich das erklären. Das erste Mal habe ich mich vor gut 5 Jahren mit Zertifizierungen beschäftigt und bin nach ausführlicher Analyse zu dem Entschluss gekommen, ich benötige diese Zertifikate nicht. Heute mit ein paar Mitarbeitern, einem größeren Büro und dem Ziel auch an die etwas größeren Unternehmen heranzutreten habe ich mich wieder mit dem Thema auseinander gesetzt. Zertifizierungen seien für die Auftragsvergabe und die seriöse Außendarstellung unabdingbar heißt es in den Werbefilmen der Vergabestellen. Hmmm. Ist das wirklich so? Aus meiner langjährigen Erfahrung als Inhaber und dem direkten Kontakt zu unseren Kunden und Interessenten kann ich das nicht bestätigen. Interessanterweise haben gerade mal 50% der Gesprächspartner sich unsere Website angesehen. Dabei schauen die meisten auf die Punkte Über uns, Leistungen, Referenzen und Kontakt. Ich habe in nun 13 Jahren nicht einmal gehört "wir haben uns für Ihren Mitbewerber entschieden, weil der so dolle Zertifikate hat". Wenn wir einen Auftrag einmal nicht bekommen, liegt das oft an ganz anderen Dingen. Wie natürlich dem Preis, mehr Zusatzleistungen, Empfehlungen und und und. Aber nicht wirklich an einem Siegel einer Zertifizierungsstelle. Trotzdem schaue ich mir mal die Möglichkeiten im Jahr 2019 an, habe ich mir gedacht. Wir stehen für nachhaltige Suchmaschinenoptimierung, also die Optimierung von Webseiten damit Sie bei Google gefunden werden. Da liegt es natürlich nahe zu sagen, wir werden Google Partner, denn so ein Siegel macht einiges her. Aber so einfach ist das nicht. Denn jemand, der Sie in der organischen Suche weiter nach oben bringt, bringt Google ja nichts. Google lebt von den Ads, also den bezahlten Anzeigen in den Suchergebnissen. Möchte man nun ein Google Partnerlogo erhalten muss man folgendes tun:

Voraussetzungen für die Google Zertifizierung

  • sich für die Google Ads-Zertifizierung qualifizieren
  • in 90 Tagen mindestens 10.000 $ in Google Ads investieren
  • Um die Anforderungen bezüglich der Unternehmensleistung zu erfüllen, müssen Sie einen stabilen Google Ads-Gesamtumsatz, ein solides Wachstum sowie einen treuen und wachsenden Kundenstamm nachweisen.
  • Man kann unschwer erkennen, worauf das Unternehmen hier abzielt. Ich muss als Anbieter mit meinen Kunden also in 90 Tagen mindestens 10.000$ Umsatz machen und ein solides Wachstum sowie einen treuen und wachsenden Kundenstamm nachweisen. Zu deutsch bedeutet dies, ich solle doch bitte mindestens 40.000$ im ersten Jahr mit AdWords umsetzen um das Partnerlogo zu erhalten und vor allem zu behalten. Das wiederum bedeutet, Sie als unser Kunde - bzw. alle unsere Kunden zusammen müssen diesen Umsatz bei Google machen. Im Endeffekt zahlen wir viel Geld, möchten wir die Zertifizierung von Google erhalten.

    Fazit:

    Aus diesem Grund haben wir uns wiederholt gegen eine Zertifizierung und gegen Partnerlogos entschieden. Denn sie haben für unsere Kunden keine Vor- sondern eher Nachteile durch die Mehrkosten, die der Kunde schließlich zahlt. Im Übrigen sieht es bei anderen Zertifizierungsstellen keinen Deut anders aus. Beim Bundesverband digitaler Wirtschaft beispielsweise zahlt man als Nichtmitglied für ein SEO Zertifikat 3.000 Euro zzgl. 750,00 Euro um das Siegel tragen zu dürfen. Das sind beinahe 4.000 Euro für eines von vielen "Qualitätszertifikaten" welches nach 24 Monaten wieder ausläuft. Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass auch hier von Experten das Fachwissen geprüft wird. Trotzdem zahlen wir wieder viel Geld für eine Zertifizierung. Früher war eine Zertifizierung eine Auszeichnung, heute muss man sich diese erstmal leisten können oder wollen.


Portrait von Stefan Gerlach Artikel geschrieben von Stefan Gerlach
Inhaber bei Gerlach Media
stefan@gerlach.media






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