Spezialist für Markenstrategie & B2B-Sichtbarkeit. Er kombiniert Markenentwicklung mit modernem SEO und KI-Suchsystemen.
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Fachkräfte suchen selten aktiv nach Stellenanzeigen. Sie beobachten den Markt, informieren sich über Unternehmen, Technologien und Branchen – oft über Monate hinweg. Der zentrale Einstiegspunkt dafür ist Google. Wer hier nicht sichtbar ist, wird von potenziellen Mitarbeitern nicht wahrgenommen.
Viele Industrieunternehmen unterschätzen dieses Suchverhalten. Recruiting im Mittelstand wird operativ gedacht, während die eigentliche Entscheidungsphase der Fachkräfte deutlich früher beginnt.
Warum Fachkräfte anders suchen als Unternehmen vermuten
Ein häufiger Denkfehler lautet: Fachkräfte suchen nach Jobtiteln. In der Realität suchen sie nach fachlicher Orientierung.
Sie wollen verstehen:
-
womit ein Unternehmen technisch arbeitet
-
welche Rolle es in einer Branche spielt
-
ob die Themen langfristig relevant sind
-
wie sich Kompetenz und Verantwortung verteilen
Die Suche richtet sich nicht auf offene Stellen, sondern auf Einordnung.
Typische Suchmuster von Fachkräften
Das Suchverhalten ist thematisch geprägt, nicht formal. Fachkräfte beginnen breit und werden erst später konkret.
| Frühe Phase | Spätere Phase |
|---|---|
| Technologie + Branche | Unternehmen + Tätigkeit |
| Mittelstand + Fachgebiet | Rolle + Verantwortung |
| Anwendung + Industrie | Karriereseite |
In der frühen Phase dominieren Suchanfragen, die auf Fachinhalte abzielen. Unternehmen mit reinen Karriereseiten bleiben hier unsichtbar.
Warum Jobtitel selten der Einstiegspunkt sind
Jobtitel sind für Suchmaschinen unscharf. Sie sagen wenig über Inhalte, Technologien oder Anwendungsfelder aus.
Eine Suche nach „Ingenieur Maschinenbau“ liefert austauschbare Ergebnisse. Eine Suche nach „Automatisierung Sondermaschinenbau Mittelstand“ hingegen führt zu spezialisierten Inhalten.
Fachkräfte suchen dort, wo fachliche Tiefe sichtbar wird.
Die Rolle von Fachinhalten im Recruiting
Fachartikel, Projektbeschreibungen und Brancheninhalte erfüllen im Recruiting eine ähnliche Funktion wie Referenzen im Vertrieb. Sie schaffen Vertrauen, bevor Kontakt entsteht.
Diese Inhalte zeigen:
-
technisches Niveau
-
reale Anwendungsfälle
-
Tiefe statt Selbstdarstellung
Für Fachkräfte sind sie ein Signal: Dieses Unternehmen arbeitet an relevanten Themen.
Wie Google Arbeitgeber einordnet
Google bewertet Unternehmen nicht explizit als Arbeitgeber. Die Einordnung entsteht indirekt über Inhalte, Struktur und Kontext.
Entscheidend sind:
-
thematische Konsistenz
-
wiederkehrende Fachbegriffe
-
klare Verbindung zwischen Technologie, Markt und Unternehmen
Fehlt dieser Kontext, kann Google keine Arbeitgeberrelevanz ableiten.
Der Unterschied zwischen Sichtbarkeit und Attraktivität
Viele Unternehmen investieren in Arbeitgeberattraktivität, ohne sichtbar zu sein. Attraktivität wirkt jedoch nur, wenn sie wahrgenommen wird.
| Attraktivität | Sichtbarkeit |
|---|---|
| internes Selbstbild | externe Auffindbarkeit |
| Benefits & Kultur | fachliche Einordnung |
| Recruiting-Kommunikation | Suchrelevanz |
Ohne Sichtbarkeit bleibt Attraktivität wirkungslos.
Wann die Karriereseite ins Spiel kommt
Die Karriereseite ist selten der erste Kontaktpunkt. Sie wird aufgerufen, wenn bereits Interesse und Vertrauen entstanden sind.
Zu diesem Zeitpunkt will die Fachkraft:
-
prüfen, ob Rollen passen
-
verstehen, wie Einstieg möglich ist
-
einordnen, wie das Unternehmen arbeitet
Fehlt der fachliche Kontext davor, erreicht die Karriereseite kaum qualifizierte Besucher.
Warum Industrieunternehmen besonders betroffen sind
Industrieunternehmen sind häufig technologisch komplex und erklärungsbedürftig. Genau hier liegt ihr Vorteil – wenn Inhalte existieren.
Ohne Fachinhalte bleibt das Unternehmen unsichtbar. Mit ihnen wird es zum Orientierungspunkt.
Hidden Champions werden nicht wegen schlechter Arbeit gemieden, sondern wegen fehlender Auffindbarkeit.
Konsequenzen für Recruiting-SEO
Recruiting-SEO setzt vor der Karriereseite an. Es beginnt mit der Frage:
Für welche fachlichen Themen soll dieses Unternehmen gefunden werden?
Daraus entsteht:
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thematische Content-Struktur
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klare interne Verlinkung
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Sichtbarkeit entlang der Entscheidungsphase
So entsteht Vertrauen vor der Bewerbung.
Zusammenfassung
Fachkräfte suchen Industrieunternehmen nicht über Jobtitel, sondern über fachliche Orientierung.
Unternehmen, die dieses Suchverhalten verstehen:
-
werden früher wahrgenommen
-
bauen Vertrauen auf
-
gewinnen qualifiziertere Bewerber
Google ist damit nicht nur Vertriebskanal, sondern entscheidender Recruiting-Hebel.