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Marketingkonzept erstellen: Aufbau, Vorgehen und Beispiel

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Stefan Gerlach - Inhaber Gerlach Media

Spezialist für Markenstrategie & B2B-Sichtbarkeit. Er kombiniert Markenentwicklung mit modernem SEO und KI-Suchsystemen.

12 min B2B Marketing Jul 2026 Aktualisiert: Jul 2026

Ein Marketingkonzept verbindet die Ziele eines Unternehmens mit den Bedürfnissen des Marktes und den konkreten Maßnahmen des Marketings. Es verhindert, dass Budgets nach Gewohnheit verteilt, Kanäle ohne nachvollziehbare Begründung bespielt und einzelne Kampagnen ohne gemeinsamen Rahmen umgesetzt werden.

Ein gutes Marketingkonzept beantwortet deshalb nicht nur die Frage, was das Unternehmen im Marketing tun möchte. Es erklärt, welche Zielgruppen erreicht werden sollen, welches Problem das Unternehmen für diese Zielgruppen löst, wie es sich vom Wettbewerb unterscheidet und woran sich der Erfolg messen lässt.

Zusammenfassung

Ein Marketingkonzept verbindet Marktanalyse, Zielgruppen, Positionierung, Ziele, Strategie, Maßnahmen und Erfolgskontrolle zu einem nachvollziehbaren Handlungsrahmen. Besonders im B2B und in der Industrie sorgt es dafür, dass Marketing und Vertrieb auf gemeinsame Zielkunden, Botschaften und messbare Ergebnisse ausgerichtet werden.

In aller Kürze:

  • Ein gutes Marketingkonzept beginnt mit der Analyse von Markt, Wettbewerb, Zielgruppen und der eigenen Ausgangslage.
  • Marketingziele, Positionierung, Strategie, Maßnahmen, Budget und Kennzahlen müssen logisch aufeinander aufbauen.
  • Im B2B und in der Industrie müssen lange Kaufprozesse, verschiedene Entscheider und die Zusammenarbeit von Marketing und Vertrieb berücksichtigt werden.

Was ist ein Marketingkonzept?

Ein Marketingkonzept ist ein strukturierter Handlungsrahmen für die marktorientierte Entwicklung eines Unternehmens. Es führt die Ausgangssituation, die Zielgruppen, die Positionierung, die Marketingziele, die Strategie und die geplanten Maßnahmen in einem schlüssigen Gesamtkonzept zusammen.

Das Konzept schafft damit eine nachvollziehbare Verbindung zwischen der Unternehmensstrategie und den täglichen Aktivitäten des Marketings.

Es beantwortet insbesondere diese Fragen:

  • Wo steht das Unternehmen aktuell?

  • Welche Märkte und Kundengruppen sind relevant?

  • Welche Probleme und Anforderungen bestimmen die Kaufentscheidung?

  • Wie soll das Unternehmen wahrgenommen werden?

  • Welche Marketingziele sollen erreicht werden?

  • Welche Kanäle und Maßnahmen sind dafür geeignet?

  • Welche Ressourcen werden benötigt?

  • Wie wird die Wirkung des Marketings gemessen?

Ein Marketingkonzept ist damit mehr als eine Sammlung möglicher Werbemaßnahmen. Es legt fest, welche Entscheidungen getroffen werden und warum diese Entscheidungen sinnvoll sind.

Gerade im B2B-Marketing ist diese Grundlage wichtig. Kaufentscheidungen werden häufig von mehreren Personen beeinflusst, Vertriebszyklen sind länger und Leistungen erklärungsbedürftiger als in vielen Konsumgütermärkten.

Warum Unternehmen ein Marketingkonzept benötigen

Viele Unternehmen betreiben bereits Marketing, ohne über ein ausformuliertes Marketingkonzept zu verfügen. Sie haben eine Website, veröffentlichen Beiträge auf LinkedIn, besuchen Messen, schalten Anzeigen oder erstellen Broschüren.

Diese Aktivitäten können einzeln sinnvoll sein. Ohne ein übergeordnetes Konzept bleibt jedoch häufig unklar, welchen Beitrag sie zu den Unternehmenszielen leisten.

Ein Marketingkonzept schafft Prioritäten. Es hilft einem Unternehmen, begrenzte Zeit, Budgets und personelle Ressourcen auf diejenigen Aktivitäten zu konzentrieren, die für die gewünschten Zielgruppen und Geschäftsziele tatsächlich relevant sind.

Zugleich erleichtert das Konzept die Abstimmung zwischen Geschäftsführung, Marketing und Vertrieb. Alle Beteiligten arbeiten auf Grundlage derselben Annahmen, Zielgruppen, Botschaften und Erfolgskriterien.

Das ist vor allem für Industrieunternehmen relevant. Im Industriemarketing müssen technische Kompetenz, wirtschaftlicher Nutzen, Lieferfähigkeit und Vertrauen so miteinander verbunden werden, dass unterschiedliche Beteiligte eines Buying Centers die benötigten Informationen erhalten.

Marketingkonzept, Marketingstrategie und Marketingplan: die Unterschiede

Die Begriffe Marketingkonzept, Marketingstrategie und Marketingplan werden häufig gleichgesetzt. Inhaltlich beschreiben sie jedoch unterschiedliche Ebenen der Marketingarbeit.

Marketingkonzept

Das Marketingkonzept bildet den übergeordneten Rahmen. Es enthält die Analyse, Ziele, Zielgruppen, Positionierung, Strategie, Maßnahmen, Ressourcen und Kontrollmechanismen.

Es erklärt sowohl die strategische Richtung als auch deren geplante Umsetzung.

Marketingstrategie

Die Marketingstrategie legt fest, wie das Unternehmen seine Marketingziele grundsätzlich erreichen will. Sie beschreibt die langfristige Stoßrichtung.

Eine Strategie kann beispielsweise darin bestehen, sich in einer klar definierten technischen Nische als spezialisierter Lösungsanbieter zu positionieren und über Fachinhalte frühzeitig in den Entscheidungsprozess potenzieller Kunden zu gelangen.

Die Strategie ist somit ein zentraler Bestandteil des Marketingkonzepts, aber nicht mit dem vollständigen Konzept gleichzusetzen.

Marketingplan

Der Marketingplan übersetzt die Strategie in konkrete Aktivitäten. Er enthält Termine, Budgets, Verantwortlichkeiten, Kampagnen, Kanäle und Kennzahlen.

Während das Marketingkonzept erklärt, warum bestimmte Entscheidungen getroffen werden, regelt der Marketingplan vor allem, wer was bis wann umsetzt.

Marketingkampagne

Eine Kampagne ist eine zeitlich und inhaltlich begrenzte Maßnahme innerhalb des Marketingplans. Sie kann sich beispielsweise auf die Einführung eines neuen Produkts, eine Messe, einen Zielmarkt oder die Gewinnung bestimmter Leads konzentrieren.

Was gehört in ein Marketingkonzept?

Der konkrete Aufbau hängt von der Größe des Unternehmens, dem Markt und der Aufgabenstellung ab. Ein belastbares Marketingkonzept sollte jedoch mindestens die folgenden Bestandteile enthalten:

  1. Ausgangssituation und Unternehmensanalyse

  2. Markt- und Wettbewerbsanalyse

  3. Zielgruppen und Kaufprozesse

  4. Positionierung und Nutzenversprechen

  5. Marketingziele

  6. Marketingstrategie

  7. Marketinginstrumente und Maßnahmen

  8. Budget und Ressourcen

  9. Zeitplan und Verantwortlichkeiten

  10. Kennzahlen und Erfolgskontrolle

Entscheidend ist nicht, dass jedes Kapitel besonders umfangreich ausfällt. Entscheidend ist, dass die einzelnen Bestandteile logisch aufeinander aufbauen.

Wenn aus der Marktanalyse keine Konsequenzen für die Positionierung entstehen oder die Maßnahmen nicht auf die definierten Ziele einzahlen, bleibt das Konzept unvollständig.

Marketingkonzept in neun Schritten erstellen

1. Ausgangssituation analysieren

Am Anfang steht eine ehrliche Bestandsaufnahme. Unternehmen sollten nicht bei den gewünschten Maßnahmen beginnen, sondern bei der gegenwärtigen Situation.

Dabei werden unter anderem das Geschäftsmodell, das Leistungsangebot, die Kundenstruktur, die bisherigen Marketingaktivitäten und die vorhandenen Ressourcen betrachtet.

Hilfreiche Fragen sind:

  • Mit welchen Produkten oder Leistungen erzielt das Unternehmen den größten Deckungsbeitrag?

  • Welche Kundengruppen sind wirtschaftlich besonders attraktiv?

  • Über welche Wege entstehen heute neue Anfragen?

  • Welche Maßnahmen liefern bereits messbare Ergebnisse?

  • Wo bestehen Abhängigkeiten von einzelnen Kunden, Märkten oder Vertriebskanälen?

  • Welche Kompetenzen und Kapazitäten stehen intern zur Verfügung?

Die Analyse sollte nicht nur Stärken dokumentieren. Sie muss auch sichtbar machen, wo Aussagen, Daten oder Prozesse fehlen.

Ein Unternehmen kann beispielsweise technisch hervorragend positioniert sein, aber seine Vorteile auf der Website nicht verständlich vermitteln. Ein anderes Unternehmen besitzt eine hohe Bekanntheit in einem bestehenden Markt, erreicht jedoch neue Branchen oder jüngere Entscheider kaum.

2. Markt und Wettbewerb untersuchen

Ein Marketingkonzept kann nur funktionieren, wenn es die tatsächlichen Bedingungen des Marktes berücksichtigt.

Dazu gehören die Marktgröße, die Nachfrageentwicklung, technologische Veränderungen, gesetzliche Anforderungen, typische Beschaffungswege und die Wettbewerbsintensität.

Eine fundierte Markt- und Wettbewerbsanalyse sollte sowohl direkte Wettbewerber als auch alternative Lösungen berücksichtigen. Der stärkste Wettbewerber ist nicht immer ein Unternehmen mit einem vergleichbaren Produkt. Es kann auch eine andere Technologie, eine interne Eigenlösung oder die Entscheidung sein, eine Investition zunächst aufzuschieben.

Relevant sind insbesondere:

  • Welche Anbieter besetzen den Markt?

  • Welche Kundengruppen sprechen sie an?

  • Mit welchen Argumenten positionieren sie sich?

  • Welche Leistungen, Inhalte und Kontaktmöglichkeiten bieten sie?

  • Über welche Suchbegriffe und Themen werden sie gefunden?

  • Welche Marktbereiche sind bereits stark besetzt?

  • Wo bestehen erkennbare Informations- oder Leistungsdefizite?

Die Wettbewerbsanalyse für Unternehmen sollte nicht dazu führen, erfolgreiche Konkurrenten nachzuahmen. Ihr Zweck besteht darin, Markterwartungen zu verstehen und eine eigenständige Position aufzubauen.

3. Zielgruppen und Buying Center bestimmen

Die Aussage, ein Angebot richte sich an „Industrieunternehmen“ oder „mittelständische Unternehmen“, ist für ein Marketingkonzept zu ungenau.

Eine Zielgruppe muss so konkret beschrieben werden, dass daraus Entscheidungen für Inhalte, Botschaften, Kanäle und Angebote abgeleitet werden können.

Im B2B-Bereich reicht es zudem selten aus, nur ein Unternehmen als Zielkunden zu definieren. An einer Kaufentscheidung können Geschäftsführung, Einkauf, Technik, Produktion, Qualitätsmanagement, IT oder externe Berater beteiligt sein.

Diese Personen verfolgen unterschiedliche Ziele:

  • Die Geschäftsführung bewertet Investitionen, Risiken und strategische Auswirkungen.

  • Der Einkauf vergleicht Preise, Konditionen und Lieferfähigkeit.

  • Technische Entscheider prüfen Funktion, Integration und Leistungsdaten.

  • Anwender achten auf Bedienbarkeit und praktische Abläufe.

  • Das Qualitätsmanagement betrachtet Nachweise, Normen und Dokumentationen.

Eine Buyer Persona im B2B sollte daher nicht als erfundene Beispielperson verstanden werden. Sie muss reale Entscheidungsrollen, Informationsbedürfnisse und Einwände abbilden.

4. Positionierung und Nutzenversprechen schärfen

Die Positionierung bestimmt, wofür ein Unternehmen im Markt stehen soll und warum Kunden es gegenüber anderen Anbietern bevorzugen sollen.

Allgemeine Aussagen wie Qualität, Zuverlässigkeit, Erfahrung oder kundenorientierter Service reichen dafür meist nicht aus. Diese Eigenschaften werden von nahezu jedem Wettbewerber beansprucht.

Eine belastbare Positionierung beantwortet drei Fragen:

  1. Für wen ist das Unternehmen besonders relevant?

  2. Welches konkrete Problem löst es?

  3. Wodurch unterscheidet sich die Lösung erkennbar von Alternativen?

Ein Hersteller könnte sich beispielsweise nicht allgemein als Anbieter hochwertiger Komponenten positionieren, sondern als Spezialist für kurzfristig verfügbare Sonderanfertigungen in kleinen und mittleren Serien.

Das Nutzenversprechen muss anschließend für die verschiedenen Rollen im Buying Center übersetzt werden. Ein technisches Merkmal wird für die Geschäftsführung erst dann relevant, wenn seine wirtschaftliche oder strategische Auswirkung verständlich wird.

Die Positionierung sollte außerdem zur übergeordneten Markenstrategie und zum tatsächlichen Leistungsvermögen des Unternehmens passen.

5. Messbare Marketingziele festlegen

Marketingziele beschreiben den angestrebten Zustand. Sie geben den späteren Maßnahmen eine Richtung und ermöglichen eine objektive Erfolgskontrolle.

Ziele wie „mehr Sichtbarkeit“, „mehr Reichweite“ oder „mehr Anfragen“ sind als Ausgangspunkt verständlich, aber noch nicht präzise genug.

Ein verwendbares Ziel enthält:

  • eine konkrete Zielgröße

  • einen Ausgangswert

  • einen Zielwert

  • einen Zeitraum

  • eine definierte Zielgruppe oder einen Markt

  • eine wirtschaftliche Begründung

Ein mögliches Ziel lautet:

„Innerhalb von zwölf Monaten soll die Zahl qualifizierter Anfragen aus dem deutschen Maschinenbau von durchschnittlich zehn auf 18 pro Monat steigen.“

Dieses Ziel ist besser steuerbar als die allgemeine Vorgabe, mehr Leads zu generieren. Es definiert, welche Anfragen relevant sind und in welchem Zeitraum eine Veränderung erreicht werden soll.

Je nach Ausgangslage können Marketingziele auf unterschiedlichen Ebenen liegen:

  • Bekanntheit in einem Zielmarkt erhöhen

  • Nachfrage nach einer neuen Lösung aufbauen

  • qualifizierte Websitebesucher gewinnen

  • Anfragen und Vertriebschancen steigern

  • die Abschlusswahrscheinlichkeit verbessern

  • bestehende Kunden weiterentwickeln

  • Abhängigkeiten von einzelnen Vertriebskanälen reduzieren

  • neue Regionen oder Branchen erschließen

6. Marketingstrategie ableiten

Erst nachdem Markt, Zielgruppen, Positionierung und Ziele feststehen, wird die Marketingstrategie entwickelt.

Sie beschreibt die grundsätzliche Vorgehensweise. Dazu gehören beispielsweise die Auswahl der Zielmärkte, die Art der Differenzierung, die Rolle der Marke und die strategische Verbindung von Marketing und Vertrieb.

Für ein B2B-Unternehmen könnte die Strategie lauten:

Das Unternehmen konzentriert sich auf zwei klar definierte Industriebranchen, positioniert sich über seine technische Beratungskompetenz und baut durch suchmaschinenoptimierte Fachinhalte frühzeitig Vertrauen bei technischen Entscheidern auf. Der Vertrieb übernimmt qualifizierte Kontakte und führt sie mit branchenspezifischen Referenzen und persönlichen Beratungsgesprächen weiter.

Eine gute Strategie setzt Prioritäten. Sie beschreibt nicht alle grundsätzlich möglichen Aktivitäten, sondern legt fest, welche Wege das Unternehmen bewusst verfolgt.

7. Kanäle und Maßnahmen auswählen

Kanäle sollten nicht ausgewählt werden, weil sie aktuell viel Aufmerksamkeit erhalten oder von Wettbewerbern genutzt werden. Sie müssen zur Zielgruppe, zum Kaufprozess und zu den Marketingzielen passen.

Mögliche Maßnahmen sind:

  • Suchmaschinenoptimierung

  • Fachartikel und Ratgeber

  • technische Produkt- und Lösungsseiten

  • Google Ads

  • LinkedIn

  • Fachmedien und Online-PR

  • Newsletter

  • Webinare

  • Messen und Veranstaltungen

  • Referenzen und Fallstudien

  • Vertriebsunterlagen

  • Leadmagnete

  • E-Mail-Nurturing

  • persönliche Beratung

Für viele B2B-Unternehmen ist eine Kombination aus Sichtbarkeit, fachlicher Orientierung und vertrieblicher Weiterbearbeitung sinnvoll.

Eine langfristige Content-Marketing-Strategie kann beispielsweise dafür sorgen, dass ein Unternehmen bereits in frühen Recherchephasen gefunden wird. Das B2B-Content-Marketing liefert anschließend die Informationen, die unterschiedliche Entscheidungsrollen für ihre Bewertung benötigen.

Bezahlte Maßnahmen können ergänzend eingesetzt werden, um kurzfristig Reichweite aufzubauen, neue Botschaften zu testen oder gezielt Nachfrage abzugreifen. Eine strategische Verbindung von SEO und bezahlten Kanälen ist häufig sinnvoller als die isolierte Betrachtung einzelner Plattformen.

8. Budget, Zeitplan und Verantwortlichkeiten festlegen

Ein Marketingkonzept bleibt unverbindlich, solange Ressourcen und Verantwortlichkeiten fehlen.

Das Budget sollte nicht allein aus einer pauschalen Prozentzahl vom Umsatz abgeleitet werden. Entscheidend sind unter anderem:

  • die Wachstumsziele

  • die Ausgangslage

  • der Wettbewerbsdruck

  • die Höhe des möglichen Auftragswerts

  • die Marge

  • der Vertriebszyklus

  • die vorhandene Markenbekanntheit

  • die internen Kapazitäten

Ein Unternehmen, das einen neuen Markt erschließen möchte, benötigt in der Regel andere Investitionen als ein etablierter Anbieter, der bestehende Nachfrage effizienter gewinnen will.

Der Beitrag zum Marketingbudget in der Industrie zeigt, wie sich Budgets stärker an Zielen und Marktbedingungen ausrichten lassen. Auch die Aufteilung zwischen SEO, SEA und Social Ads sollte nicht gleichmäßig, sondern wirkungsbezogen erfolgen.

Für jede Maßnahme müssen außerdem eine verantwortliche Person, ein realistischer Zeitrahmen und die benötigten Zuarbeiten feststehen. Unklare Zuständigkeiten führen besonders bei Contentprojekten, Websiteoptimierungen und vertriebsnahen Maßnahmen häufig zu Verzögerungen.

9. Kennzahlen definieren und Ergebnisse kontrollieren

Marketing lässt sich nicht allein anhand von Reichweite oder Websitebesuchern bewerten. Kennzahlen müssen zur jeweiligen Stufe des Kaufprozesses passen.

Am Anfang des Entscheidungsprozesses können Sichtbarkeit, Reichweite und die Nutzung relevanter Inhalte aussagekräftig sein. Später gewinnen Anfragen, qualifizierte Leads, Vertriebschancen, Abschlussquoten und Kundenwerte an Bedeutung.

Geeignete Kennzahlen sind beispielsweise:

  • Sichtbarkeit für relevante Themen

  • qualifizierte Websitebesucher

  • Downloads oder Webinaranmeldungen

  • neue Kontakte aus Zielunternehmen

  • qualifizierte Anfragen

  • Marketing Qualified Leads

  • Sales Qualified Leads

  • Kosten pro qualifiziertem Lead

  • erzeugte Vertriebschancen

  • Abschlussquote

  • durchschnittlicher Auftragswert

  • Customer Acquisition Cost

  • Marketingbeitrag zum Umsatz

Wichtig ist die Verbindung zwischen Marketing- und Vertriebsdaten. Hohe Besucherzahlen haben nur begrenzte Aussagekraft, wenn die gewonnenen Kontakte nicht zum Zielkundenprofil passen.

Besonderheiten eines Marketingkonzepts im B2B und in der Industrie

Ein Marketingkonzept für Industrieunternehmen muss komplexe Kaufentscheidungen berücksichtigen. Zwischen dem ersten Informationsbedarf und der konkreten Anfrage können Monate liegen.

Potenzielle Kunden recherchieren technische Möglichkeiten, vergleichen Verfahren, prüfen Anbieter, bewerten Risiken und stimmen Anforderungen intern ab. In dieser Phase findet ein großer Teil der Entscheidungsbildung statt, bevor ein direkter Vertriebskontakt entsteht.

Das Marketing muss deshalb mehrere Aufgaben übernehmen:

  • Probleme und Lösungswege verständlich machen

  • technische Kompetenz sichtbar belegen

  • Anforderungen verschiedener Entscheider beantworten

  • Unsicherheit und wahrgenommenes Risiko reduzieren

  • Vertrauen in das Unternehmen aufbauen

  • qualifizierte Kontakte für den Vertrieb entwickeln

Die Gestaltung digitaler Leadprozesse in technischen Industrien ist daher ein wichtiger Bestandteil des Marketingkonzepts. Marketing endet nicht mit einem Kontaktformular. Es muss festgelegt werden, wie ein Kontakt qualifiziert, weiterentwickelt und an den Vertrieb übergeben wird.

Beispiel für ein Marketingkonzept

Ein mittelständischer Hersteller produziert kundenspezifische Komponenten für Maschinen- und Anlagenbauer. Das Unternehmen verfügt über hohe technische Kompetenz, gewinnt neue Kunden jedoch überwiegend durch Empfehlungen und bestehende Vertriebskontakte.

Ausgangslage

Die Website stellt Produkte dar, beantwortet aber kaum fachliche Fragen. Bei relevanten Suchanfragen ist das Unternehmen wenig sichtbar. Der Vertrieb erhält regelmäßig Anfragen, von denen viele nicht zum gewünschten Auftragsprofil passen.

Zielgruppe

Im Mittelpunkt stehen mittelständische Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland. Relevante Ansprechpartner sind technische Leiter, Konstrukteure, strategische Einkäufer und Geschäftsführer.

Positionierung

Das Unternehmen positioniert sich als Entwicklungspartner für kundenspezifische Komponenten, die auch bei anspruchsvollen Anforderungen zuverlässig und in wirtschaftlichen Stückzahlen gefertigt werden können.

Marketingziele

Innerhalb von zwölf Monaten sollen:

  • die monatlichen qualifizierten Anfragen um 50 Prozent steigen

  • mindestens 30 relevante Suchbegriffe auf der ersten Google-Seite erscheinen

  • zwölf neue Vertriebschancen aus definierten Zielbranchen entstehen

  • der Anteil ungeeigneter Anfragen sinken

Strategie

Das Unternehmen baut eine fachliche Themenführerschaft rund um typische Konstruktions-, Material- und Beschaffungsfragen auf. Relevante Inhalte werden über die Website, Suchmaschinen und LinkedIn verbreitet. Fallstudien und technische Nachweise unterstützen die spätere Vertriebsphase.

Maßnahmen

Die bestehenden Produktseiten werden überarbeitet. Zusätzlich entstehen branchenspezifische Lösungsseiten, Fachartikel, zwei detaillierte Fallstudien und ein technischer Leitfaden als Leadmagnet.

Für besonders wichtige Suchbegriffe werden zeitlich begrenzte Google-Ads-Kampagnen eingesetzt. Der Vertrieb erhält neue Präsentationen und Referenzunterlagen, die auf dieselben Botschaften und Zielbranchen abgestimmt sind.

Erfolgskontrolle

Monatlich werden Sichtbarkeit, qualifizierte Websitebesucher, Anfragen und neue Vertriebschancen ausgewertet. Quartalsweise prüft das Unternehmen, welche Themen, Zielbranchen und Kontaktwege den größten wirtschaftlichen Beitrag leisten.

Dieses Beispiel zeigt: Ein Marketingkonzept ist kein statisches Dokument. Es bildet einen Entscheidungsrahmen, der anhand realer Ergebnisse weiterentwickelt wird.

Marketingmaßnahmen richtig priorisieren

Ein häufiger Fehler besteht darin, möglichst viele Kanäle gleichzeitig zu starten. Dadurch verteilen sich Budget und Aufmerksamkeit auf zahlreiche Aktivitäten, ohne dass einzelne Maßnahmen die erforderliche Qualität oder Reichweite erreichen.

Eine sinnvolle Priorisierung berücksichtigt drei Faktoren:

Strategische Relevanz

Die Maßnahme muss zu Zielgruppe, Positionierung und Geschäftszielen passen.

Erwartete Wirkung

Es muss nachvollziehbar sein, welche Veränderung die Maßnahme auslösen soll. Ein Fachartikel kann beispielsweise Sichtbarkeit und Vertrauen aufbauen, während eine optimierte Landingpage die Umwandlung vorhandener Nachfrage verbessern soll.

Umsetzbarkeit

Eine theoretisch wirkungsvolle Maßnahme ist wenig hilfreich, wenn Fachwissen, Freigaben, Budget oder personelle Kapazitäten fehlen.

Unternehmen sollten zunächst die grundlegenden Engpässe lösen. Fehlt relevante Reichweite, muss Sichtbarkeit aufgebaut werden. Entstehen bereits viele Besucher, aber wenige Anfragen, sollte die Website auf Zielgruppenansprache, Vertrauen und Conversion geprüft werden. Gibt es ausreichend Anfragen, aber wenige Abschlüsse, liegt die Ursache möglicherweise im Angebot, in der Qualifizierung oder im Vertriebsprozess.

Woran erkennt man ein gutes Marketingkonzept?

Ein gutes Marketingkonzept lässt sich nicht an seinem Umfang erkennen. Ein 20-seitiges Konzept kann unverbindlich bleiben, während ein kompaktes Dokument klare Entscheidungen und Verantwortlichkeiten enthält.

Ein tragfähiges Konzept zeichnet sich dadurch aus, dass:

  • Annahmen mit Daten oder nachvollziehbaren Beobachtungen begründet werden

  • Zielgruppen klar eingegrenzt sind

  • die Positionierung konkrete Unterschiede sichtbar macht

  • Ziele messbar formuliert werden

  • Maßnahmen aus der Strategie abgeleitet sind

  • Prioritäten erkennbar sind

  • Budgets und Ressourcen realistisch geplant werden

  • Marketing und Vertrieb aufeinander abgestimmt sind

  • Verantwortlichkeiten feststehen

  • Ergebnisse regelmäßig überprüft werden

Die entscheidende Qualitätsfrage lautet: Kann eine verantwortliche Person anhand des Konzepts nachvollziehen, welche Maßnahme sie umsetzen soll, welches Ziel damit verfolgt wird und woran die Wirkung erkennbar ist?

Häufige Fehler bei der Erstellung

Maßnahmen werden vor der Analyse festgelegt

Die Entscheidung für LinkedIn, Google Ads oder einen Newsletter fällt, bevor klar ist, welche Zielgruppe erreicht und welches Problem gelöst werden soll.

Die Zielgruppe bleibt zu breit

Allgemeine Beschreibungen führen zu austauschbaren Botschaften und Inhalten. Ein Unternehmen kann nicht gleichzeitig für jede Branche, Unternehmensgröße und Entscheidungsrolle maximal relevant erscheinen.

Ziele und Kennzahlen werden verwechselt

Eine höhere Besucherzahl ist nicht automatisch ein Geschäftsziel. Sie ist zunächst eine Messgröße. Entscheidend ist, welchen Beitrag die zusätzlichen Besucher zu relevanten Anfragen und Umsätzen leisten.

Die Positionierung besteht aus Selbstverständlichkeiten

Qualität, Zuverlässigkeit und Kundennähe sind wichtige Eigenschaften, schaffen allein aber selten einen erkennbaren Unterschied.

Marketing und Vertrieb arbeiten getrennt

Das Marketing erzeugt Kontakte, die der Vertrieb als ungeeignet bewertet. Gleichzeitig erhält das Marketing keine Informationen über typische Kundenfragen, Einwände oder verlorene Aufträge.

Das Budget wird gleichmäßig verteilt

Nicht jeder Kanal besitzt für jedes Unternehmen dieselbe Bedeutung. Budgets sollten nach strategischer Relevanz, erwarteter Wirkung und vorhandenen Daten verteilt werden.

Das Konzept wird nicht weiterentwickelt

Märkte, Kundenbedürfnisse und Wettbewerber verändern sich. Ein Marketingkonzept muss deshalb regelmäßig überprüft und anhand der Ergebnisse angepasst werden.

Kompakte Vorlage für ein Marketingkonzept

Ein internes Arbeitsdokument kann zunächst mit dieser Struktur erstellt werden:

Ausgangslage:
Wo steht das Unternehmen und welche Herausforderung soll gelöst werden?

Markt:
Welche Entwicklungen, Anforderungen und Wettbewerber sind relevant?

Zielgruppen:
Welche Unternehmen und Entscheidungsrollen sollen erreicht werden?

Positionierung:
Für welches Problem steht das Unternehmen und worin liegt der relevante Unterschied?

Marketingziele:
Welche messbaren Ergebnisse sollen bis wann erreicht werden?

Strategie:
Über welchen grundsätzlichen Weg werden die Ziele verfolgt?

Maßnahmen:
Welche Aktivitäten werden entlang des Kaufprozesses umgesetzt?

Budget und Ressourcen:
Welche finanziellen und personellen Mittel stehen zur Verfügung?

Verantwortlichkeiten:
Wer übernimmt Planung, Umsetzung, Freigabe und Auswertung?

Kennzahlen:
Welche Werte zeigen, ob die Strategie funktioniert?

Überprüfung:
Wann wird das Konzept ausgewertet und angepasst?

Diese Vorlage ersetzt keine fundierte Analyse. Sie sorgt jedoch dafür, dass die wichtigsten Entscheidungen dokumentiert und miteinander verbunden werden.

Wann sollte ein Marketingkonzept überarbeitet werden?

Ein Marketingkonzept sollte mindestens einmal jährlich grundsätzlich überprüft werden. Bei starken Veränderungen kann eine frühere Anpassung notwendig sein.

Typische Anlässe sind:

  • die Einführung neuer Produkte oder Leistungen

  • die Erschließung neuer Branchen oder Regionen

  • veränderte Kundenanforderungen

  • neue Wettbewerber oder Technologien

  • sinkende Anfrage- oder Abschlusszahlen

  • ein Website-Relaunch

  • eine veränderte Vertriebsstrategie

  • eine neue Positionierung

  • deutlich höhere oder niedrigere Marketingbudgets

Nicht jede schwache Monatsentwicklung erfordert eine neue Strategie. Unternehmen sollten zwischen kurzfristigen Schwankungen und strukturellen Veränderungen unterscheiden.

Ein Marketingkonzept gibt Orientierung, darf aber nicht zu einem unveränderlichen Regelwerk werden. Sein Wert entsteht dadurch, dass Annahmen überprüft, Ergebnisse ausgewertet und Entscheidungen verbessert werden.

Häufige Fragen zum Marketingkonzept

Was versteht man unter einem Marketingkonzept?

Ein Marketingkonzept ist ein strukturierter Handlungsrahmen für die Ausrichtung und Umsetzung des Marketings. Es verbindet die Analyse des Marktes, die Definition der Zielgruppen, die Positionierung, konkrete Marketingziele, die Marketingstrategie, Maßnahmen, Budgets und die Erfolgskontrolle. Im B2B-Marketing berücksichtigt es zusätzlich komplexe Kaufentscheidungen, mehrere beteiligte Personen und die enge Abstimmung mit dem Vertrieb.

Welche Bestandteile gehören in ein Marketingkonzept?

Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören die Ausgangsanalyse, die Markt- und Wettbewerbsanalyse, die Definition der Zielgruppen, die Positionierung, messbare Marketingziele, die Marketingstrategie, konkrete Maßnahmen, das Budget, Verantwortlichkeiten und geeignete Kennzahlen. Eine fundierte Markt- und Wettbewerbsanalyse bildet dabei die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen.

Was ist der Unterschied zwischen Marketingkonzept und Marketingstrategie?

Das Marketingkonzept bildet den gesamten strategischen und operativen Rahmen des Marketings. Die Marketingstrategie ist ein Bestandteil dieses Konzepts und beschreibt den grundsätzlichen Weg, über den die festgelegten Ziele erreicht werden sollen. Das Konzept enthält zusätzlich Analysen, Zielgruppen, Positionierung, Maßnahmen, Budgets, Verantwortlichkeiten und Erfolgskontrollen.

Wie erstellt man ein Marketingkonzept?

Ein Marketingkonzept wird schrittweise entwickelt. Zuerst werden die Ausgangssituation, der Markt und die Wettbewerber analysiert. Danach folgen Zielgruppen, Positionierung und messbare Ziele. Auf dieser Grundlage werden Strategie, Kanäle, Maßnahmen, Budget und Kennzahlen festgelegt. Für B2B-Unternehmen ist zudem eine genaue Analyse der Entscheider und Buying Center erforderlich.

Wie lang sollte ein Marketingkonzept sein?

Die Länge hängt von der Größe des Unternehmens, der Anzahl der Zielmärkte und der Komplexität des Angebots ab. Entscheidend ist nicht die Seitenzahl, sondern ob alle relevanten Entscheidungen klar dokumentiert und begründet sind. Ein kompaktes Konzept kann ausreichen, wenn Zielgruppen, Strategie, Maßnahmen, Budget und Kennzahlen eindeutig festgelegt sind.

Wie oft sollte ein Marketingkonzept aktualisiert werden?

Ein Marketingkonzept sollte mindestens einmal pro Jahr grundsätzlich überprüft werden. Eine frühere Anpassung ist sinnvoll, wenn sich Zielgruppen, Märkte, Wettbewerber, Produkte oder Unternehmensziele verändern. Auch neue Erkenntnisse aus dem Marketing- und Vertriebscontrolling sollten regelmäßig in das Konzept einfließen.

#Marketingkonzept #Marketingplan #Marketing Konzept
Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 KI-VO: Mit Unterstützung von KI erstellt

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Marketingkonzept erstellen: Aufbau, Vorgehen und Beispiel

Ein Marketingkonzept verbindet die Ziele eines Unternehmens mit den Bedürfnissen des Marktes und den konkreten Maßnahmen des Marketings. Es verhindert, dass Budgets nach Gewohnheit verteilt, Kanäle ohne nachvollziehbare Begründung bespielt und einzelne Kampagnen ohne gemeinsamen Rahmen umgesetzt werden. Ein gutes Marketingkonzept beantwortet deshalb nicht nur die Frage, was das Unternehmen im Marketing tun möchte. Es erklärt, welche Zielgruppen erreicht werden sollen, welches Problem das Unternehmen für diese Zielgruppen löst, wie es sich vom Wettbewerb unterscheidet und woran sich der Erfolg messen lässt.

Quelle: Stefan Gerlach (2026). Gerlach Media. URL: https://gerlach.media/ratgeber/marketingkonzept/



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