Spezialist für Markenstrategie & B2B-Sichtbarkeit. Er kombiniert Markenentwicklung mit modernem SEO und KI-Suchsystemen.
Ein Marketingplan übersetzt strategische Ziele in konkrete Aufgaben. Er legt fest, welche Maßnahmen umgesetzt werden, wer dafür verantwortlich ist, welches Budget zur Verfügung steht und anhand welcher Kennzahlen die Ergebnisse bewertet werden.
Damit wird aus einer allgemeinen Marketingstrategie ein steuerbarer Arbeitsplan. Gerade im B2B und in der Industrie schafft er die notwendige Verbindung zwischen Geschäftsführung, Marketing, Vertrieb und Fachabteilungen.
Zusammenfassung
Ein Marketingplan macht aus strategischen Zielen konkrete, steuerbare Aktivitäten. Er verbindet Maßnahmen, Zielgruppen, Zeiträume, Budgets, Verantwortlichkeiten und Kennzahlen in einem gemeinsamen Arbeitsrahmen.
Besonders im B2B und in der Industrie schafft der Marketingplan die notwendige Verbindung zwischen Marketing und Vertrieb. Entscheidend ist nicht die Anzahl der geplanten Aktivitäten, sondern deren strategische Relevanz, realistische Umsetzbarkeit und messbarer Beitrag zu den Unternehmenszielen.
In aller Kürze:
-
Ein Marketingplan legt verbindlich fest, welche Maßnahmen wann, für welche Zielgruppe und mit welchem Budget umgesetzt werden.
-
Jede Aktivität benötigt ein konkretes Ziel, eine verantwortliche Person und eine geeignete Kennzahl.
-
Im B2B und in der Industrie muss der Plan Marketing, Fachabteilungen und Vertrieb entlang des gesamten Kaufprozesses miteinander verbinden.
Was ist ein Marketingplan?
Ein Marketingplan ist ein operatives Steuerungsinstrument für die Umsetzung des Marketings. Er dokumentiert alle wesentlichen Aktivitäten innerhalb eines definierten Zeitraums und verbindet diese mit Zielen, Zielgruppen, Verantwortlichkeiten, Budgets und Kennzahlen.
Während ein Marketingkonzept die übergeordnete Richtung vorgibt, beantwortet der Marketingplan vor allem konkrete Umsetzungsfragen:
-
Welche Maßnahme wird durchgeführt?
-
Welches Ziel verfolgt sie?
-
Welche Zielgruppe soll erreicht werden?
-
Wer übernimmt die Verantwortung?
-
Wann beginnt und endet die Umsetzung?
-
Welche internen Abhängigkeiten bestehen?
-
Welches Budget ist eingeplant?
-
Wie wird der Erfolg gemessen?
Ein Marketingplan kann für ein vollständiges Geschäftsjahr, ein Quartal, eine Produkteinführung oder eine einzelne Kampagne erstellt werden.
Welchen Zweck erfüllt ein Marketingplan?
Ein Marketingplan schafft Verbindlichkeit. Er verhindert, dass Marketingaktivitäten spontan, ungeordnet oder allein aufgrund aktueller Trends gestartet werden.
Unternehmen erhalten dadurch eine klare Übersicht über:
-
laufende und geplante Maßnahmen
-
zeitliche Abhängigkeiten
-
verfügbare Ressourcen
-
Zuständigkeiten
-
Budgets
-
erwartete Ergebnisse
-
notwendige Kontrolltermine
Besonders wertvoll ist der Plan, wenn mehrere Personen oder Abteilungen an der Umsetzung beteiligt sind. Geschäftsführung, Marketing, Vertrieb, Produktmanagement und technische Fachbereiche können auf Grundlage desselben Plans arbeiten.
Ein belastbarer Marketingplan macht außerdem sichtbar, wenn zu viele Maßnahmen gleichzeitig geplant werden. Dadurch lassen sich Prioritäten setzen und Ressourcen gezielter einsetzen.
Marketingplan, Marketingkonzept und Marketingstrategie im Vergleich
Die Begriffe Marketingplan, Marketingkonzept und Marketingstrategie werden häufig miteinander vermischt. Sie beschreiben jedoch unterschiedliche Ebenen.
Marketingkonzept
Das Marketingkonzept bildet den vollständigen Rahmen. Es enthält die Ausgangsanalyse, Zielgruppen, Positionierung, Ziele, Strategie, Maßnahmenfelder, Ressourcen und Erfolgskontrolle.
Wie dieser Rahmen aufgebaut wird, zeigt der Beitrag zum Marketingkonzept.
Marketingstrategie
Die Marketingstrategie beschreibt den grundsätzlichen Weg, über den die festgelegten Ziele erreicht werden sollen.
Ein Industrieunternehmen kann sich beispielsweise auf eine klar definierte Zielbranche konzentrieren, seine technische Beratungskompetenz hervorheben und über Fachinhalte frühzeitig in den Kaufprozess potenzieller Kunden gelangen.
Für komplexe B2B-Angebote gelten dabei besondere Anforderungen. Der Beitrag über Marketingstrategien für erklärungsbedürftige Industrieprodukte behandelt diese strategische Ebene ausführlicher.
Marketingplan
Der Marketingplan übersetzt das Konzept und die Strategie in konkrete Aktivitäten.
Er regelt:
-
Aufgaben
-
Zeiträume
-
Budgets
-
Verantwortlichkeiten
-
Zielgruppen
-
Kanäle
-
Kennzahlen
-
Kontrolltermine
Kampagnenplan
Ein Kampagnenplan ist noch konkreter. Er bezieht sich auf eine einzelne zeitlich begrenzte Maßnahme, beispielsweise eine Produkteinführung, eine Messe oder eine Leadkampagne.
Was gehört in einen Marketingplan?
Ein vollständiger Marketingplan besteht aus mehreren logisch verbundenen Elementen.
Ausgangslage
Der Plan beginnt mit einer kurzen Beschreibung der aktuellen Situation. Dazu gehören bestehende Maßnahmen, verfügbare Ressourcen, bisherige Ergebnisse und aktuelle Herausforderungen.
Marketingziele
Jede Maßnahme benötigt ein konkretes Ziel. Ohne Ziel lässt sich weder priorisieren noch kontrollieren, ob eine Aktivität erfolgreich war.
Zielgruppen
Der Plan muss festlegen, welche Unternehmen, Branchen und Entscheidungsrollen angesprochen werden sollen.
Gerade im B2B reicht eine allgemeine Zielgruppenbeschreibung nicht aus. Eine fundierte Buyer Persona im B2B berücksichtigt unterschiedliche Rollen im Buying Center, deren Informationsbedarf und typische Einwände.
Strategiebezug
Jede Aktivität sollte erkennbar auf die übergeordnete Strategie einzahlen. Maßnahmen ohne strategischen Bezug verursachen Aufwand, schaffen aber nicht zwangsläufig einen relevanten Geschäftseffekt.
Maßnahmen und Kanäle
Der Marketingplan dokumentiert, welche Aktivitäten über welche Kanäle umgesetzt werden.
Zeitplan
Jede Maßnahme benötigt einen Starttermin, einen Endtermin und gegebenenfalls Zwischenziele.
Budget
Die finanziellen Mittel müssen den einzelnen Maßnahmen oder Maßnahmenfeldern zugewiesen werden.
Verantwortlichkeiten
Für jede Aktivität sollte eine verantwortliche Person benannt sein. Zusätzlich können Mitwirkende, Freigabeverantwortliche und externe Dienstleister erfasst werden.
Kennzahlen
Der Plan definiert, anhand welcher Werte die Wirkung bewertet wird.
Kontrolltermine
Regelmäßige Plan-Ist-Vergleiche sorgen dafür, dass Probleme früh erkannt und Maßnahmen angepasst werden können.
Marketingplan in acht Schritten erstellen
1. Marketingziele aus dem Konzept übernehmen
Der Marketingplan beginnt nicht bei den Maßnahmen, sondern bei den Zielen.
Ziele müssen ausreichend konkret formuliert sein. Aussagen wie „mehr Sichtbarkeit“ oder „mehr Leads“ reichen nicht aus, weil sie keine eindeutige Steuerung ermöglichen.
Ein nutzbares Ziel lautet beispielsweise:
„Die Zahl qualifizierter Anfragen aus dem Maschinenbau soll innerhalb von zwölf Monaten von durchschnittlich acht auf zwölf pro Monat steigen.“
Daraus können konkrete Teilziele abgeleitet werden:
-
mehr Sichtbarkeit für relevante Fachthemen
-
mehr Besucher aus definierten Zielunternehmen
-
höhere Conversion-Rate auf wichtigen Lösungsseiten
-
mehr qualifizierte Downloads oder Webinaranmeldungen
-
bessere Übergabe von Marketingkontakten an den Vertrieb
Jede geplante Aktivität muss mindestens einem dieser Ziele zugeordnet werden.
2. Zielgruppen und Kaufphasen zuordnen
Ein Marketingplan sollte nicht nur Zielgruppen, sondern auch deren jeweilige Phase im Kaufprozess berücksichtigen.
Potenzielle Kunden befinden sich nicht alle im selben Informationsstand.
In einer frühen Phase erkennen sie ein Problem oder recherchieren allgemeine Lösungswege. Später vergleichen sie Anbieter, technische Ansätze, Referenzen und wirtschaftliche Auswirkungen.
Typische Kaufphasen sind:
-
Problemerkennung
-
Informationssuche
-
Bewertung möglicher Lösungen
-
Anbietervergleich
-
interne Abstimmung
-
konkrete Anfrage
-
Kaufentscheidung
-
Nutzung und Weiterentwicklung
Im B2B-Marketing müssen Inhalte und Maßnahmen deshalb unterschiedliche Entscheidungsphasen abdecken.
Ein technischer Ratgeber kann früh im Kaufprozess wirken. Eine Fallstudie, ein Leistungsvergleich oder ein persönliches Beratungsgespräch ist häufig in einer späteren Phase relevant.
3. Maßnahmen auswählen und priorisieren
Ein Marketingplan ist keine möglichst vollständige Sammlung aller denkbaren Maßnahmen.
Die Auswahl sollte sich aus Ziel, Zielgruppe, Kaufphase und verfügbaren Ressourcen ergeben.
Mögliche Maßnahmen sind:
-
Suchmaschinenoptimierung
-
Fachartikel
-
Produkt- und Lösungsseiten
-
Fallstudien
-
technische Leitfäden
-
Webinare
-
Newsletter
-
Google Ads
-
LinkedIn
-
Fachmedien
-
Messen
-
Vertriebsunterlagen
-
Leadmagnete
-
E-Mail-Nurturing
-
persönliche Beratung
Unternehmen sollten jede Maßnahme anhand einheitlicher Kriterien bewerten:
-
strategische Relevanz
-
erwartete Wirkung
-
Zielgruppenpassung
-
Kosten
-
interner Aufwand
-
Umsetzungsdauer
-
Messbarkeit
-
notwendige Abhängigkeiten
Eine Maßnahme mit hoher strategischer Relevanz und realistischer Umsetzbarkeit sollte Vorrang vor einer Aktivität haben, die nur aufgrund aktueller Aufmerksamkeit gewählt wird.
4. Kanäle und Inhalte festlegen
Eine Maßnahme wird erst konkret, wenn feststeht, über welchen Kanal und mit welchem Inhalt sie umgesetzt wird.
Die Aussage „mehr Content erstellen“ ist für einen Marketingplan zu ungenau.
Ein konkreter Eintrag könnte lauten:
„Bis Ende März wird eine neue Lösungsseite zum Thema Energieeffizienz in Produktionsanlagen erstellt. Zielgruppe sind technische Leiter mittelständischer Produktionsunternehmen. Ziel ist die Gewinnung qualifizierter organischer Besucher und konkreter Projektanfragen.“
Für langfristige Sichtbarkeit ist eine strukturierte Content-Marketing-Strategie sinnvoll. Im B2B-Content-Marketing müssen Inhalte zusätzlich auf komplexe Entscheidungen, fachliche Tiefe und mehrere beteiligte Rollen abgestimmt werden.
Der Marketingplan sollte bei jeder Contentmaßnahme erfassen:
-
Thema
-
Zielgruppe
-
Kaufphase
-
Format
-
Kanal
-
verantwortliche Person
-
Veröffentlichungstermin
-
gewünschte Handlung
-
Erfolgskriterium
5. Zeitplan und Meilensteine erstellen
Marketingmaßnahmen benötigen realistische Zeiträume.
Dabei sollte nicht nur der Veröffentlichungstermin berücksichtigt werden. Viele Aktivitäten hängen von Vorarbeiten und Freigaben ab.
Bei einer neuen Fachseite können beispielsweise folgende Schritte erforderlich sein:
-
Themen- und Keywordrecherche
-
fachlicher Input
-
Texterstellung
-
interne Prüfung
-
technische Umsetzung
-
Freigabe
-
Veröffentlichung
-
interne Verlinkung
-
Erfolgskontrolle
Ein Jahresmarketingplan sollte deshalb nicht ausschließlich Endtermine enthalten. Zwischenziele machen Engpässe frühzeitig sichtbar.
Für umfangreiche Maßnahmen ist eine Planung nach Quartalen oft sinnvoller als eine starre Tagesplanung für das gesamte Jahr.
6. Budget und Ressourcen zuweisen
Jede Maßnahme benötigt ein realistisches Budget. Dazu gehören nicht nur direkte Werbekosten, sondern auch interne Arbeitszeit, externe Leistungen, Software, Medienproduktion und technische Umsetzung.
Bei einer Contentkampagne können beispielsweise Kosten entstehen für:
-
Recherche
-
Texterstellung
-
Fachprüfung
-
Design
-
Webentwicklung
-
Suchmaschinenoptimierung
-
Anzeigen
-
Analyse
-
laufende Aktualisierung
Die Planung des Marketingbudgets in der Industrie sollte sich an den Wachstumszielen, Marktbedingungen, Margen und Vertriebszyklen orientieren.
Auch die Verteilung zwischen SEO, SEA und Social Ads sollte nicht gleichmäßig erfolgen. Entscheidend ist, welcher Kanal für die jeweilige Zielgruppe und Kaufphase den größten erwarteten Beitrag leistet.
Neben dem Geld muss der Plan interne Kapazitäten berücksichtigen. Eine Maßnahme kann ausreichend finanziert sein und trotzdem scheitern, wenn technische Fachinformationen, Freigaben oder Ansprechpartner fehlen.
7. Verantwortlichkeiten und Freigaben regeln
Unklare Zuständigkeiten gehören zu den häufigsten Ursachen für Verzögerungen.
Für jede Maßnahme sollte deshalb mindestens eine verantwortliche Person festgelegt werden.
Zusätzlich können folgende Rollen definiert werden:
-
fachlich verantwortliche Person
-
operative Umsetzung
-
Freigabe
-
Budgetverantwortung
-
Datenanalyse
-
Vertriebsübergabe
-
externer Dienstleister
Gerade in Industrieunternehmen sind Marketingmaßnahmen häufig auf Informationen aus Technik, Entwicklung oder Vertrieb angewiesen.
Der Marketingplan sollte deshalb auch dokumentieren, welche Zuarbeit bis zu welchem Zeitpunkt benötigt wird.
8. Kennzahlen und Kontrolltermine definieren
Der Erfolg einer Maßnahme lässt sich nur bewerten, wenn vorher feststeht, welche Kennzahl relevant ist.
Geeignete Kennzahlen hängen vom Ziel und von der Kaufphase ab.
Für Sichtbarkeit und Reichweite können relevant sein:
-
Rankings
-
Impressionen
-
organische Besucher
-
Reichweite in Zielgruppen
-
Abrufe wichtiger Inhalte
Für Interaktion und Leadgenerierung:
-
Downloads
-
Webinaranmeldungen
-
Kontaktaufnahmen
-
Conversion-Rate
-
qualifizierte Leads
-
Kosten pro Lead
Für den Vertriebsbeitrag:
-
Vertriebschancen
-
Angebotsanfragen
-
Abschlussquote
-
Auftragswert
-
Umsatz
-
Customer Acquisition Cost
Ein monatlicher Plan-Ist-Vergleich ist für viele Unternehmen sinnvoll. Strategische Bewertungen können zusätzlich quartalsweise erfolgen.
Jahresmarketingplan, Quartalsplan und Kampagnenplan
Nicht jeder Marketingplan muss denselben Zeitraum abdecken.
Jahresmarketingplan
Der Jahresmarketingplan gibt einen Überblick über die wesentlichen Ziele, Schwerpunkte, Kampagnen und Budgets eines Geschäftsjahres.
Er eignet sich für:
-
strategische Prioritäten
-
Budgetverteilung
-
größere Kampagnen
-
Messen
-
Produkteinführungen
-
Contentprogramme
-
saisonale Schwerpunkte
Quartalsplan
Der Quartalsplan ist detaillierter. Er übersetzt die Jahresziele in konkrete Arbeitspakete für drei Monate.
Er eignet sich besonders für Unternehmen, die flexibel auf Ergebnisse und Marktveränderungen reagieren möchten.
Monatsplan
Ein Monatsplan enthält operative Aufgaben, konkrete Termine und Verantwortlichkeiten.
Kampagnenplan
Der Kampagnenplan konzentriert sich auf ein einzelnes Ziel oder Ereignis. Dazu gehören beispielsweise:
-
Produkteinführung
-
Messe
-
Webinar
-
Leadkampagne
-
neue Zielbranche
-
Recruitingkampagne
Diese Ebenen sollten miteinander verbunden sein. Der Monatsplan muss auf den Quartalsplan einzahlen, der Quartalsplan auf den Jahresplan und der Jahresplan auf das Marketingkonzept.
Marketingplan im B2B und in der Industrie
Ein Marketingplan für B2B- und Industrieunternehmen muss komplexe Kaufprozesse berücksichtigen.
Zwischen dem ersten Informationsbedarf und einer konkreten Anfrage können mehrere Monate liegen. Gleichzeitig sind häufig verschiedene Personen an der Entscheidung beteiligt.
Der Plan sollte daher unterschiedliche Maßnahmen für verschiedene Rollen enthalten.
Beispiele:
-
technische Fachartikel für Konstrukteure und Entwickler
-
Wirtschaftlichkeitsargumente für Geschäftsführung und Controlling
-
Liefer- und Qualitätsinformationen für den Einkauf
-
Referenzen und Nachweise für Qualitätsmanagement und Projektleitung
-
persönliche Beratung für die konkrete Lösungsphase
Im Industriemarketing müssen Marketing und Vertrieb eng zusammenarbeiten. Marketing schafft Sichtbarkeit, Orientierung und Vertrauen. Der Vertrieb übernimmt qualifizierte Kontakte und entwickelt sie zur konkreten Geschäftsbeziehung weiter.
Ein guter Marketingplan legt deshalb auch die Übergabe fest:
-
Wann gilt ein Kontakt als qualifiziert?
-
Welche Informationen werden an den Vertrieb übergeben?
-
Wer übernimmt die weitere Bearbeitung?
-
Wie werden Ergebnisse zurück an das Marketing gemeldet?
Die Gestaltung digitaler Leadprozesse in technischen Industrien ist damit ein wichtiger Bestandteil der Planung.
Beispiel für einen Marketingplan
Ein mittelständischer Hersteller möchte mehr qualifizierte Anfragen aus dem deutschen Maschinenbau gewinnen.
Jahresziel
Die Zahl qualifizierter Anfragen soll innerhalb von zwölf Monaten von acht auf zwölf pro Monat steigen.
Zielgruppe
Mittelständische Maschinen- und Anlagenbauer mit 50 bis 500 Mitarbeitern.
Relevante Ansprechpartner:
-
technische Leiter
-
Konstrukteure
-
strategischer Einkauf
-
Geschäftsführer
Strategischer Schwerpunkt
Das Unternehmen positioniert sich als spezialisierter Entwicklungspartner für kundenspezifische Komponenten in kleinen und mittleren Serien.
Geplante Maßnahmen
| Maßnahme | Zeitraum | Verantwortung | Budget | Kennzahl |
|---|---|---|---|---|
| Überarbeitung von fünf Lösungsseiten | Januar bis März | Marketing und Technik | 8.000 Euro | Rankings, Anfragen |
| Veröffentlichung von zwölf Fachartikeln | ganzjährig | Content und Technik | 18.000 Euro | organische Besucher |
| Erstellung von zwei Fallstudien | April und September | Vertrieb und Marketing | 5.000 Euro | Downloads, Leads |
| Google-Ads-Testkampagne | März bis Juni | Performance Marketing | 12.000 Euro | Kosten pro Lead |
| Branchenwebinar | Mai | Marketing und Vertrieb | 4.000 Euro | Anmeldungen, Gespräche |
| LinkedIn-Fachkommunikation | ganzjährig | Geschäftsführung und Marketing | 6.000 Euro | Zielgruppenreichweite |
| Lead-Nurturing-Strecke | Juni bis August | Marketing | 7.000 Euro | qualifizierte Kontakte |
Kontrolle
Die Ergebnisse werden monatlich ausgewertet. Nach jedem Quartal wird geprüft:
-
Welche Maßnahmen erreichen die gewünschte Zielgruppe?
-
Welche Inhalte erzeugen qualifizierte Anfragen?
-
Welche Kampagnen verursachen hohe Kosten ohne Vertriebsbeitrag?
-
Welche Maßnahmen sollten ausgebaut, angepasst oder beendet werden?
Dieses Beispiel zeigt, dass ein Marketingplan konkrete Entscheidungen dokumentiert. Er verbindet Ziele, Maßnahmen, Zuständigkeiten, Zeiträume, Budgets und Kennzahlen.
Marketingmaßnahmen sinnvoll priorisieren
Unternehmen verfügen selten über ausreichend Ressourcen, um alle gewünschten Maßnahmen gleichzeitig hochwertig umzusetzen.
Eine einfache Priorisierung kann anhand von vier Fragen erfolgen:
1. Zahlt die Maßnahme auf ein konkretes Ziel ein?
Eine Aktivität ohne eindeutigen Zielbezug gehört nicht in den priorisierten Plan.
2. Erreicht sie eine relevante Zielgruppe?
Hohe Reichweite ist wenig wertvoll, wenn die erreichten Personen nicht zum Zielkundenprofil gehören.
3. Ist die Umsetzung realistisch?
Benötigte Fachinformationen, Freigaben, Budgets und personelle Kapazitäten müssen verfügbar sein.
4. Ist die Wirkung messbar?
Nicht jede Wirkung lässt sich unmittelbar in Umsatz ausdrücken. Dennoch sollte eine geeignete Kennzahl vorhanden sein.
Eine hohe Priorität erhalten Maßnahmen mit klarer strategischer Relevanz, realistischer Umsetzung und nachvollziehbarer Wirkung.
Marketingbudget im Plan verteilen
Ein Marketingbudget sollte nicht gleichmäßig auf alle Kanäle verteilt werden.
Sinnvoller ist eine Einteilung nach Aufgaben:
-
Nachfrage aufbauen
-
vorhandene Nachfrage erreichen
-
Vertrauen schaffen
-
Leads gewinnen
-
Kontakte entwickeln
-
Vertrieb unterstützen
-
Kundenbindung stärken
Ein Teil des Budgets kann für bewährte Maßnahmen vorgesehen werden. Ein weiterer Teil dient Tests und neuen Ansätzen.
Unternehmen sollten dabei zwischen einmaligen und laufenden Kosten unterscheiden.
Einmalige Kosten können entstehen für:
-
Website-Relaunch
-
neue Landingpages
-
Video- oder Fotoproduktion
-
Strategieentwicklung
-
technische Implementierung
Laufende Kosten können entstehen für:
-
SEO
-
Content
-
Anzeigen
-
Newsletter
-
Analyse
-
Software
-
Agenturbetreuung
Der Marketingplan sollte außerdem festlegen, unter welchen Bedingungen Budgets erhöht, reduziert oder verschoben werden.
Marketing und Vertrieb im Plan verbinden
Marketing und Vertrieb verfolgen dasselbe wirtschaftliche Ziel, arbeiten aber häufig mit unterschiedlichen Kennzahlen und Prozessen.
Der Marketingplan sollte deshalb gemeinsame Definitionen enthalten:
-
Was ist ein relevanter Kontakt?
-
Was ist ein qualifizierter Lead?
-
Wann wird ein Kontakt an den Vertrieb übergeben?
-
Wie schnell erfolgt die Bearbeitung?
-
Welche Informationen benötigt der Vertrieb?
-
Wie wird die Qualität der Kontakte bewertet?
-
Welche Rückmeldungen erhält das Marketing?
Ein Marketingplan ohne Vertriebsintegration kann hohe Reichweite und viele Kontakte erzeugen, ohne dass daraus zusätzliche Aufträge entstehen.
Marketingplan kontrollieren und anpassen
Ein Marketingplan ist kein unveränderliches Jahresdokument.
Die regelmäßige Kontrolle zeigt, ob Annahmen stimmen und Maßnahmen die erwartete Wirkung erzielen.
Dabei sollten drei Ebenen unterschieden werden:
Umsetzungskontrolle
Wurden die geplanten Aufgaben vollständig und rechtzeitig umgesetzt?
Wirkungskontrolle
Haben die Maßnahmen die gewünschten Kennzahlen beeinflusst?
Wirtschaftliche Kontrolle
Entstehen relevante Vertriebschancen, Aufträge oder andere messbare Geschäftseffekte?
Abweichungen müssen nicht automatisch bedeuten, dass die gesamte Strategie falsch ist.
Mögliche Ursachen sind:
-
unklare Botschaften
-
falsche Zielgruppe
-
zu geringe Reichweite
-
schwache Landingpage
-
fehlende Vertrauenssignale
-
langsame Vertriebsbearbeitung
-
unrealistischer Zeitrahmen
-
unzureichendes Budget
-
fehlende interne Kapazitäten
Der Marketingplan sollte angepasst werden, sobald sich belastbare Hinweise auf strukturelle Probleme ergeben.
Typische Fehler bei der Marketingplanung
Zu viele Maßnahmen gleichzeitig
Der Plan enthält zahlreiche Kanäle und Projekte, die mit den vorhandenen Ressourcen nicht hochwertig umgesetzt werden können.
Fehlende Prioritäten
Alle Maßnahmen erscheinen gleich wichtig. Dadurch ist unklar, welche Aktivität bei Zeit- oder Budgetengpässen Vorrang hat.
Unklare Verantwortlichkeiten
Aufgaben werden Abteilungen oder Teams zugeordnet, aber keiner konkreten Person.
Ziele bleiben allgemein
Formulierungen wie „Bekanntheit steigern“ oder „mehr Leads gewinnen“ ermöglichen keine belastbare Kontrolle.
Budgets berücksichtigen nur Anzeigenkosten
Interne Arbeitszeit, Contentproduktion, Technik, Analyse und laufende Pflege fehlen.
Marketing und Vertrieb sind nicht abgestimmt
Das Marketing plant Aktivitäten, ohne Kriterien für qualifizierte Kontakte und die weitere Bearbeitung festzulegen.
Der Plan wird nicht kontrolliert
Maßnahmen werden umgesetzt, aber Ergebnisse weder ausgewertet noch mit den ursprünglichen Annahmen verglichen.
Der Jahresplan ist zu starr
Veränderte Marktbedingungen und neue Erkenntnisse führen zu keiner Anpassung.
Kompakte Marketingplan-Vorlage
Ein Marketingplan kann zunächst mit folgenden Feldern aufgebaut werden:
Marketingziel:
Welches konkrete Ergebnis soll erreicht werden?
Zielgruppe:
Welche Unternehmen und Entscheidungsrollen sollen angesprochen werden?
Kaufphase:
In welcher Phase des Entscheidungsprozesses befindet sich die Zielgruppe?
Maßnahme:
Welche Aktivität wird umgesetzt?
Kanal:
Wo wird die Maßnahme ausgespielt?
Botschaft oder Inhalt:
Welche Information oder welches Nutzenversprechen wird vermittelt?
Verantwortung:
Wer steuert und wer unterstützt die Umsetzung?
Zeitraum:
Wann beginnt und endet die Maßnahme?
Budget:
Welche finanziellen und personellen Ressourcen sind eingeplant?
Kennzahl:
Woran wird die Wirkung gemessen?
Zielwert:
Welcher Wert soll erreicht werden?
Status:
Ist die Maßnahme geplant, in Arbeit, abgeschlossen oder pausiert?
Ergebnis:
Welche tatsächliche Wirkung wurde erzielt?
Nächste Entscheidung:
Wird die Maßnahme fortgeführt, angepasst, ausgebaut oder beendet?
Häufige Fragen zum Marketingplan
Was ist ein Marketingplan?
Ein Marketingplan ist ein operatives Steuerungsinstrument für die Umsetzung des Marketings. Er dokumentiert Ziele, Zielgruppen, Maßnahmen, Kanäle, Zeiträume, Budgets, Verantwortlichkeiten und Kennzahlen. Der Plan sorgt dafür, dass aus einem übergeordneten Marketingkonzept konkrete und kontrollierbare Aktivitäten entstehen.
Was gehört in einen Marketingplan?
Ein Marketingplan sollte mindestens die Marketingziele, Zielgruppen, geplanten Maßnahmen, genutzten Kanäle, Verantwortlichkeiten, Zeiträume, Budgets und Kennzahlen enthalten. Im B2B sollten zusätzlich die jeweilige Kaufphase, beteiligte Entscheidungsrollen und die Übergabe qualifizierter Kontakte an den Vertrieb dokumentiert werden.
Was ist der Unterschied zwischen Marketingplan und Marketingkonzept?
Das Marketingkonzept beschreibt den übergeordneten strategischen Rahmen. Es enthält unter anderem Marktanalyse, Zielgruppen, Positionierung, Ziele und Strategie. Der Marketingplan übersetzt diesen Rahmen in konkrete Aufgaben, Termine, Budgets, Zuständigkeiten und Kennzahlen. Das Konzept erklärt die Richtung, der Plan regelt die Umsetzung.
Wie erstellt man einen Marketingplan?
Zuerst werden konkrete Marketingziele und relevante Zielgruppen festgelegt. Anschließend werden geeignete Maßnahmen ausgewählt, priorisiert und den einzelnen Kaufphasen zugeordnet. Danach folgen Zeitplan, Budget, Verantwortlichkeiten und Kennzahlen. Für B2B-Unternehmen sollte die Planung eng mit dem B2B-Marketing und dem Vertrieb abgestimmt werden.
Wie sieht ein guter Marketingplan aus?
Ein guter Marketingplan ist klar, realistisch und messbar. Jede Maßnahme ist einem konkreten Ziel und einer definierten Zielgruppe zugeordnet. Verantwortlichkeiten, Zeiträume und Budgets sind eindeutig geregelt. Außerdem enthält der Plan feste Kontrolltermine, an denen Ergebnisse ausgewertet und weitere Entscheidungen getroffen werden.
Wie oft sollte ein Marketingplan kontrolliert werden?
Operative Kennzahlen sollten in vielen Unternehmen monatlich ausgewertet werden. Eine umfassendere Bewertung der Maßnahmen und Budgets ist mindestens einmal pro Quartal sinnvoll. Bei starken Marktveränderungen, schwachen Ergebnissen oder neuen Unternehmenszielen sollte der Marketingplan früher angepasst werden.